Achillessehne / Läuferknie
Gesundheitliche Klippen beim Laufsport

Vortrag beim Akademischen Sportverband Zürich. Ob Achillessehne, Fersensporn oder Läuferknie, im Kern geht es immer um ein Auseinanderklaffen zwischen Belastung und aktueller Belastbarkeit. Hier als Zusammenfassung die drei Kernbotschaften.


Bei Überlastungsproblemen fragen sich die meisten Läufer zuerst, ob den an der Körperstatik etwas nicht stimmt, ob die Lauftechnik korrekturbedürftig sei oder ob es am Schuh liegen könnte. All das kann auch eine Rolle spielen, im Zentrum steht aber immer die Frage, ob denn der Körper wirklich für die ihm zugemutete Belastung vorbereitet war. Das zu beurteilen ist komplexer, als es auf den ersten Blick aussieht.

Die Belastbarkeit nimmt bei Trainingsunterbrüchen rascher ab als uns lieb ist und ein intensives Training am Vortag reduziert für den Folgetag die Belastbarkeitsgrenze. Aber auch das Abschätzen des Umfangs der effektiv einwirkenden Belastung ist nicht trivial. Wenn wir aus lauter Freude über den schönen Frühlingstag gleichzeitig Umfang und Intensität steigern, dann unterschätzen wir das Mehr an Beanspruchung rasch. Zudem führt eine Verlängerung des Laufpensums nicht einfach zu einer linear höheren Belastung. Sind wir deutlich länger als üblich unterwegs, ermüden unsere Muskeln auch mehr und das führt zu einem viel stärkeren Anstieg der Beanspruchung unseres Körpers. Wenn wir uns vor Überlastungs-problemen schützen wollen, müssen wir unseren Körper konsequent vorbereiten für die Belastungen, die wir ihm zumuten wollen.

Schmerzen sind in der Regel keine brauchbaren Frühwarnzeichen. Bei allen Überlastungsproblemen sind Entzündungsreaktionen beteiligt. Bis sich diese voll ausgebildet haben, braucht es immer etwas Zeit. Das führt dazu, dass sich zum Beispiel die Achillessehne während des Joggens nicht unangenehm bemerkbar macht, dafür umso mehr am nächsten Morgen. Bis dann hat sich die Entzündungsreaktion in der Sehen voll ausgebildet. Wer sich darauf verlässt, dass der Körper frühzeitig signalisiert, dass es genug ist, der lebt gefährlich.

Wie sich verhalten, bei ersten Überlastungszeichen. Wenn zum Beispiel erste Kniescheibenschmerzen auftreten, weil man den Bogen überspannt hat, und länger und schneller bergab gelaufen ist, als sich das der Körper gewohnt war.
Naheliegen ist, zu pausieren, bis das Problem etwas abgeklungen ist. Wichtig ist allerdings, dass bei der Wiederaufnahme des Trainings die Dosis angepasst wird. Umfang und Intensität müssen so gewählt werden, dass weder während, noch nach dem Training, aber auch nicht am anderen Morgen der Reizzustand verstärkt zu spüren ist. Das braucht etwas Aufmerksamkeit, führt aber zielgerichtet wieder zur Besserung. Auf diese Weise werde allzu lange Pausen vermieden. Pause heisst nämlich immer auch Trainingsverlust für alle stützenden Gewebe und je länger der Unterbruch dauert, umso heikler ist der Wiedereinstieg.

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